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Home Countries and Stories Ukraine Bezahlen im überfüllten Bus: Die Menschenkette

Bezahlen im überfüllten Bus: Die Menschenkette

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Trolleybusse in Kiew sind langsam und voll - und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit. Es ist 9 Uhr morgens, Berufsverkehr, der Bus ist noch ein bisschen voller und ich bin unterwegs ins Stadtzentrum. Eien ältere Dame mit Kopftuch steigt zu, quält sich die Treppe hoch und versucht irgendwo im Gedrängel zwischen den anderen Fahrgästen halt zu finden - natürlich biete ich ihr sofort meinen Platz an. Die Frau ist völlig erstaunt, nimmt das Angebot aber gerne an.

"Vielleicht ist man hier nicht so höflich", denke ich verwundert und suche mir eine Stange zum festhalten. Plötzlich drückt mir jemand Geld in die Hand, was dazu führt, dass meine Verwunderung  nun auch zur Verwirrung wird. Zögernd bedanke ich mich und Stecke das Geld in die Hosetasche. Ob das eine Art Anerkennung ist, weil ich der alten Dame meinen Platz angeboten habe? 

"Das war das Geld für die Fahrkarte!", sagt mein ukrainischer Freund Kostja lachend als wir am Abend mit ein paar Freunden von Ihm  im Shevchenko-Park bei einer DoseBier zusammensitzen, "Du hättest das weitergeben müssen an jemand anderes, der es dann wieder an jemand anderes weiter vorne weitergibt. Bis es irgendwann beim Fahrer ankommt."

Ob ukrainische Fahrscheinkontrolleure wohle in Auge zudrückt, wenn man sagt, dass man kein Ticket hat, weil irgendein dummer Tourist das Geld nicht weitergegeen hat?

 

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